Am 29. August 2026 kam der Landesvorstand der Arbeitsgemeinschaft für Arbeit (AfA) Sachsen-Anhalt zusammen, um den aktuellen Wahlkampf im Land auszuwerten und die nächsten politischen Schritte zu beraten. Im Mittelpunkt standen Berichte aus den Regionen Sachsen-Anhalts, die Lage der SPD im Wahlkampf sowie die Frage, wie sozialdemokratische Positionen wieder klarer und glaubwürdiger sichtbar werden können.
Die Rückmeldungen aus den Kreis- und Regionalstrukturen machten deutlich: Viele engagierte Genossinnen und Genossen führen vor Ort intensive Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern, Beschäftigten, Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern sowie Vertretern von Betrieben. Dabei wird immer wieder deutlich, dass die Menschen konkrete Antworten erwarten – auf sichere Arbeitsplätze, bezahlbare Energie, gute Löhne, starke Tarifbindung, eine verlässliche Rente und eine soziale Infrastruktur, die niemanden allein lässt.
Sozialdemokratische Haltung muss wieder erkennbar sein
Ein zentraler Teil der Beratung war die Situation der SPD auf Bundesebene. Die Diskussion fiel offen und kritisch aus. Aus Sicht der AfA Sachsen-Anhalt werden die Ziele, Forderungen und politischen Überzeugungen der SPD in der Öffentlichkeit zunehmend zu wenig wahrgenommen.
Viele Menschen nehmen die SPD immer häufiger als Schatten der CDU/CSU wahr – ohne ausreichend erkennbaren eigenen Gestaltungswillen und ohne die notwendige Durchsetzungskraft für sozialdemokratische Politik. Diese Entwicklung darf nicht hingenommen werden.
Die SPD muss wieder klar und hörbar für die Interessen der arbeitenden Menschen stehen. Sie muss sich glaubwürdig für gute Arbeit, faire Löhne, Tarifbindung, Mitbestimmung, soziale Sicherheit und eine starke öffentliche Daseinsvorsorge einsetzen. Gerade in einer Zeit wirtschaftlicher Unsicherheit, steigender Belastungen, wachsender gesellschaftlicher Spaltung und zunehmender ökonomischer Ungerechtigkeit braucht es eine Sozialdemokratie, die Haltung zeigt, Konflikte nicht scheut und ihre politischen Ziele konsequent vertritt.
Die AfA Sachsen-Anhalt wird diesen Anspruch weiter deutlich in die Partei einbringen. Wir wollen eine SPD, die nicht verwaltet, sondern gestaltet. Eine SPD, die den Beschäftigten, den Familien, den Rentnerinnen und Rentnern sowie den Menschen in Ausbildung eine starke politische Stimme gibt.
Wechsel im Landesvorsitz
Im Verlauf der Sitzung erklärte der Landesvorsitzende der AfA Sachsen-Anhalt, Mario Hennig, seinen Rücktritt vom Vorsitz mit sofortiger Wirkung. Der Landesvorstand nimmt diese persönliche Entscheidung mit Respekt zur Kenntnis und dankt Mario Hennig für seinen Einsatz und seine Arbeit für die AfA Sachsen-Anhalt.
Die anwesenden Mitglieder des Landesvorstandes haben zugleich beschlossen, die Arbeit der AfA Sachsen-Anhalt geschlossen und verlässlich fortzuführen. Die bereits für das Frühjahr 2027 vorgesehene Landeskonferenz wird einberufen und mit der Neuwahl des Landesvorstandes verbunden werden. Bis dahin soll die AfA weiterhin arbeitsfähig bleiben, politische Akzente setzen und die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer innerhalb der SPD mit Nachdruck vertreten.
Der Landesvorstand wird in dieser Übergangsphase durch die stellvertretenden Landesvorsitzenden René Schrödel und Bettina Schneider vertreten. Unterstützt werden sie von Matthias Görner, Mitglied im AfA-Bundesvorstand.
Gemeinsam weiter für gute Arbeit
Die AfA Sachsen-Anhalt bleibt eine starke Stimme für die Arbeitswelt. Unser Auftrag ist klar: Wir setzen uns für sichere und gute Arbeit, gerechte Löhne, tarifgebundene Beschäftigung, eine starke Mitbestimmung und einen leistungsfähigen Sozialstaat ein.
Die Herausforderungen in Sachsen-Anhalt sind groß. Umso wichtiger ist eine Sozialdemokratie, die den Menschen zuhört, ihre Lebensrealität ernst nimmt und sich nicht mit der Rolle eines stillen Mitverwalters zufriedengibt. Die AfA Sachsen-Anhalt wird ihren Beitrag dazu leisten, dass die SPD wieder klarer als Partei der Arbeit, des sozialen Fortschritts und der Solidarität erkennbar wird.
gez. René Schrödel, Bettina Schneider und Matthias Görner für die Arbeitsgemeinschaft für Arbeit Sachsen-Anhalt

